Die Hauptfrage die sich beim neuen In Flames Album stellt
ist sicherlich die, wie die Jungs und besonders Björn
Gelotte, welcher den neuen Output quasi im Alleingang
komponierte, den Abgang von Gründer und Hauptsongwriter
Jesper Strömblad verkraften. Die Antwort nehme ich vorweg,
man merkt es eigentlich gar nicht. Wenn man den Stil der
letzten Jahre betrachtet, hat Gelotte ganze Arbeit
geleistet.<br>
Wer In Flames der jüngeren Jahre mag, wird auch hier seine
wahre Freude haben. Ich persönlich bin ein Freund älterer
In Flames, kann aber auch den modernen etwas abgewinnen.
<br>
Songs wie der Titeltrack, „All form me“, das sehr
aggressive „The Puzzle“, das überragende aber für das Album
untypische „Darker Times“ mit geilem Solo oder „Enter
Tragedy“ überzeugen auch mich. <br>
Dagegen stehen „Fear is the weakness“, dem recht
langweiligen „Where the dead ships dwell“ und dem
langsamen „Liberation“ aber auch einige, wenn man es so
nennen will Ausfälle auf dem Output. <br>
Zudem gibt’s zwei vollkommen überflüssige ich sag mal
Zwischenspiele mit „The Attic“ und „Jesters door“. <br>
Die Experimentierfreude der Jungs aus Schweden zeigt sich
besonders deutlich gegen Ende des Albums wo man
(erstmalig?) in „A new dawn“ mit Streichern arbeitet.
Dieses Experiment kann man durchaus als gelungen
betrachten. <br>
Alles in Allem handelt es sich um ein gutes Album, wobei
mir persönlich die Aggressivität der Anfangstage fehlt,
teilweise einiges zu glatt poliert daher kommt und der
poppige Mainstreamanteil zu hoch geschraubt wurde (meine
Frau die nix mit Metal am Hut hat sagte im Vorbeigehen,
dass die Musik gar nicht mal so schlecht klingt). Ich denke
aus der mittleren Spalte wird bestimmt ein Punkt in der
Endabrechnung mehr kommen. Nichtsdestotrotz kann ich hier
guten Gewissens vier Punkte verteilen. <br><br>
Die hier vorliegende Limited Edition kommt mit Bonus DVD
daher. Inhalt ist wie so oft das übliche „so sah das ganze
im Studio aus“ Doku-Material. Ganz nett gemacht, nicht mehr
und nicht weniger. <br>
Die Gestaltung des Package, mit einem schnicken
Aufklappcover und den doppelten Pergamentpapierseiten ist
allerdings über jeden Zweifel erhaben und verdient, wie das
Cover an sich die volle Punktzahl.
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JUROR I★★★★☆☆

ZWEI BLICKWINKEL
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